Amazons Lesegerät Kindle Das Buch, das aus dem Äther kam

[ Sun. Sep. 14. 2008 ]


295 Gramm für 359 Dollar: Das Lesegerät Kindle speichert bis zu 200 Bücher

295 Gramm für 359 Dollar: Das Lesegerät Kindle speichert bis zu 200 Bücher

Als am 21. Juli 2007 der siebte und letzte Band der Harry-Potter-Reihe erschien, wurden innerhalb von vierundzwanzig Stunden mehr als zehn Millionen Exemplare verkauft. Man sprach von einer logistischen Meisterleistung und dem Triumph eines altehrwürdigen Mediums, dem seit vielen Jahren immer mal wieder sein bevorstehendes Ende verkündet wird. Nie zuvor in der jahrhundertealten Geschichte des Buchdrucks hatte sich ein einzelnes Buch mit einer solchen Geschwindigkeit verbreitet. Aber was wäre geschehen, wenn jedermann sich das Werk als elektronisches Buch im Internet hätte herunterladen können? Wie viele Menschen hätten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht - zwanzig Millionen, vielleicht fünfzig Millionen? Wie groß die Zahl auch sein mag, für den traditionellen Buchhandel, für den nur noch ein Potter-Jahr ein gutes Jahr ist, beschreibt sie ein Katastrophenszenario. Denn der Vertrieb der e-books findet ausschließlich im Internet statt, die stationären Buchhandlungen können daran nichts verdienen.

Das ist nur einer von vielen Gründen, weshalb der Kindle, wie Amazon sein neues elektronisches Lesegerät getauft hat, neben Begeisterung über den technischen Fortschritt auch große Befürchtungen auslöst. Denn erstmals seit der Einführung solcher Lesegeräte vor etwa zehn Jahren drohen der Kindle und seine Artgenossen wie Sonys Portable Reader, das Cybook oder der iLiad dem gedruckten Buch ernsthafte Konkurrenz zu machen. Dank einer neuen Bildschirmtechnologie, die mit einer Art elektronischer Tinte arbeitet, lässt sich mit den neuen Geräten genauso gut lesen wie am Computerbildschirm und das sogar bei Tageslicht im Freien.

Elektronisches Potter-Feuer im Keim erstickt

Man könnte diese Geräte als nützliche Hilfsmittel abtun, als digitale Lastenesel und profane Alternative zum schönen Buch. Schließlich ist es ja wirklich bequem, wenn man auf Reisen eine veritable Handbibliothek mit mehreren hundert Bänden in einem kleinen, eher hässlichen Plastikkästchen gespeichert hat, das indes kaum größer und schwerer ist als ein Taschenbuch und überdies noch so nützliche Funktionen wie eine Volltextsuche anbietet. Aber während die einen freudig vom größten evolutionären Schritt seit Erfindung des Buchdrucks sprechen, fragen sich die anderen besorgt, welche Umwälzungen dem wichtigsten Medium der Kulturgeschichte bevorstehen könnten. Bislang scheint nur eines sicher: All jene, die mit dem Buch zu tun haben, ob sie es schreiben, drucken, binden, verlegen, durchs Land transportieren, verkaufen oder lesen, dürften auf die oder andere Weise von der neuen Technologie berührt werden.

Wörtlich übersetzt bedeutet „to kindle“ so viel wie entzünden oder entflammen. Joanne K. Rowling hat das elektronische Potter-Feuer, das der Kindle entfachen könnte, im Keim erstickt, als sie entschied, dass ihre Werke nicht als e-book erscheinen dürfen. Über die Beweggründe der ehemaligen Lehrerin wird heftig spekuliert, auch auf der Website von Amazons Abteilung für e-books, im „Kindle Store“. Potter-Fans, die zugleich Kindle-Fans sind, machen dort ihrem Ärger Luft, verdächtigen die Autorin anti-amerikanischer Absichten oder bezeichnen sie schlicht als „Inkarnation des Bösen“.

Droht der Buchbranche das Schicksal der Musikindustrie?

Seit einigen Tagen ist dort der Beitrag eines Mannes zu lesen, von dem nichts bekannt ist außer seinem Namen, und der ist womöglich erfunden. Wir wissen nichts über John Newton, außer dass er einen Kindle besitzt und all jenen seine Stimme leiht, die der vielleicht auflagenstärksten Schriftstellerin der Welt das Recht an ihrem geistigen Eigentum absprechen wollen. Denn John Newton vertritt die Ansicht, dass es ganz und gar bedeutungslos sei, ob Joanne K. Rowling ihre Zustimmung dazu gibt, dass die Harry-Potter Bücher als e-books erscheinen oder nicht. Sein einziges Argument ist von brutaler Nüchternheit: „Es gibt diese e-books bereits.“ Die Schriftstellerin könne nur noch darüber entscheiden, ob sie ihren Lesern die Möglichkeit erlauben möchte, ein e-book von Harry Potter auch auf „legalem Wege“ zu erlangen.

Das ist, kaum verhüllt, ein Aufruf zum Raubkopieren, jener Form der alltäglichen Internetpiraterie, die die Musikbranche nach dem Aufkommen des i-Pod an den Rand des Untergangs gebracht hat. Droht der Buchbranche jetzt ein ähnliches Schicksal?

Die schönste Erfindung der Welt

„Was ist schlecht am e-book?“, fragt der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk und möchte sogleich wissen, wie viele Kindle-Benutzer es in Deutschland bereits gibt. Sein Agent rate zwar entschieden zur Zurückhaltung, aber er selbst habe im Prinzip keine Einwände. Pamuk ist ein internationaler Autor. Er hat in Deutschland oder den Vereinigten Staaten fast ebenso viele Leser wie in der Türkei. Neuen Märkten gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen: „Das e-book wird sehr wahrscheinlich auch nichts anderes sein als eine weitere Ergänzung zum Hardcover, ähnlich wie das Taschenbuch oder Hörbücher. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich auf diesem Wege vielleicht noch einmal 100.000 zusätzliche Leser finde.“ Dass der Kindle Store bereits vier seiner Titel anbietet, scheint der Nobelpreisträger nicht zu wissen. Vielen Schriftstellern, die dort vertreten sind, dürfte es nicht anders gehen.

Pamuks deutscher Verleger ist entschieden anderer Ansicht als sein Autor. Michael Krüger, seit vier Jahrzehnten in der deutschen Buchbranche tätig und seit langem eine ihrer prägenden Gestalten, kann sich nicht vorstellen, wie jemand „freiwillig auf die schönste Erfindung der Weltgeschichte“ verzichten könne: „Das Buch ist das einzige Objekt unserer Zivilisation, auf das wir wirklich stolz sein können. Wenn es sich jetzt in einen multifunktionalen Speicher verwandeln soll, dann entspricht das dem Lauf der Zeit, der aus unserer Zivilisation eine elektronische Hölle machen will. Also muss man widerstehen. Aber da diese Dinge nicht aus der Welt zu schaffen sind und geistiges Eigentum sich sowieso verflüchtigt in den elektronischen Netzen, werden wir natürlich unsere Rechte lizenzieren.“ Wie und zu welchen Konditionen das geschehen könne, darüber ist sich Krüger bislang ebenso im Unklaren wie seine Kollegen bei Suhrkamp oder dem S. Fischer Verlag. Wohin man in diesen Tagen auch hört in der deutschen Verlagswelt, ob es um Belletristik, Sachbücher oder Kinderbücher geht, überall klingt die Auskunft ganz ähnlich wie bei Carlsen, Joanne K. Rowlings deutschem Verlag: Man habe gerade erst begonnen, sich mit der Sache zu befassen.

Wenn das Medium mit Macht ruft

Dabei ist der Kindle in den Vereinigten Staaten seit zehn Monaten auf dem Markt. Amazon soll dort bislang etwa 300 000 Geräte verkauft haben und bietet zur Zeit 166.000 elektronische Titel an, Neuerscheinungen, Bestseller, Klassiker sowie einige Magazine und Tageszeitungen. Die Preise reichen von 99 Cent für einen Klassiker wie Emily Dickinsons Gedichte bis zu 9,99 Dollar für einen aktuellen Bestseller. Orhan Pamuk meint, dass die Autoren in der virtuellen Welt des e-books künftig besser vergütet werden müssten als in der realen Welt, wo sie in der Regel zwischen zehn und fünfzehn Prozent des Verkaufspreises ihrer Bücher erhalten. Schließlich, so Pamuk, fielen beim e-book für die Verlage weit geringere Kosten für Produktion und Vertrieb der Bücher an. Michael Krüger sieht das naturgemäß anders: „Wir alle machen den größten Teil unseres Umsatzes mit dem Hardcover. Wenn dort der Umsatz halbiert wird, weil das e-book nur halb so viel kostet wie das gedruckte Buch, schrumpft früher oder später jeder Verlag auf die Hälfte seiner jetzigen Größe.“

Aber das e-book droht beileibe nicht nur die derzeitigen ökonomischen Grundlagen unserer Buchkultur in Frage zu stellen. Es könnte den Lesevorgang an sich verändern. Als hätten Amazons Ingenieure Heideggers Satz, dass die Technik selbst jede Erfahrung ihres Wesens verhindere, im Hinterkopf gehabt, betreiben sie entschieden Mimesis mit dem Buch. Der Kindle steckt in einem Lederetui wie zwischen zwei Buchdeckeln, und sein Bildschirm zeigt Seite für Seite nichts anderes als das gedruckte Buch auch. Vittorio Klostermann, der Verleger Heideggers, benutzt selbst ein elektronisches Lesegerät, wenn er auf Reisen ist: „Als Arbeitsinstrument für Vielleser könnte das e-book stark an Bedeutung gewinnen, aber es dürfte auch den Prozess der Entfremdung vom Buch beschleunigen. Schon heute können wir an jeder Universität beobachten, dass immer mehr Studierende nur noch jene Texte wahrnehmen, die ihnen online an ihrem elektronischen Arbeitsplatz zur Verfügung stehen.“ Dass Heideggers Werke als e-book erscheinen könnten, schließt Klostermann nicht aus: „Wenn das Medium wirklich mit Macht ruft, können wir nicht abseits stehen.“

Auch das Lesezeug arbeitet an unseren Gedanken mit

Angeblich will Amazon für Studierende und alle Leser von Fachbüchern schon bald einen größeren Kindle anbieten, der Tabellen, Grafiken und Abbildungen aller Art besser darstellen kann. Allein schon die Volltextsuche, die der Kindle erlaubt, macht ihn für alle interessant, die mit Büchern arbeiten wollen. Aber Lesen ist etwas anderes als Suchen, das immer nur einen Ausschnitt, das Zitat als Fragment zum Ziel hat und den Lesevorgang selbst fragmentarisiert. Was aber bedeutet es eigentlich, wenn die seit Jahrtausenden eingeübte Linearität des Lesevorgangs immer weiter aufgehoben wird? Muss nicht das konzentrierte Lesen, das Sichvertiefen in ein einzelnes Werk, irgendwann zum Ding der Unmöglichkeit werden?

Viele Beobachter glauben, dass sich das e-book vor allem im Bereich des Sachbuchs rasch Terrain erobern könnte. John Brockman und seine Frau Katinka Matson gehören zu den einflussreichsten Akteuren der amerikanischen Verlagswelt. Die Literaturagenten, die sich auf wissenschaftliche Publikationen und populäre Sachbücher spezialisiert haben, sagen der neuen Technologie eine große Zukunft voraus. Sie selbst lese zwar nach wie vor lieber in einem Buch, sagt Katinka Matson, aber der Kindle sei nun mal „viel praktischer, ein wirklich cooles Gerät: Ich kann im Bett liegen und mir jedes Buch aus dem Netz herunterladen.“ Brockman und seine Frau sind davon überzeugt, dass der Kindle unsere Lesegewohnheiten revolutionieren werde. „Aber Bücher müssen deshalb nicht anders geschrieben werden, und Autoren sollten den Kindle auch nicht bei der Konzeption ihrer Werke berücksichtigen.“

Wenn Nietzsches Satz, dass unser „Schreibzeug“ an unseren Gedanken mitarbeite, zutrifft, dann beeinflussen auch die Medien, mit denen wir lesen, den Prozess unserer Lektüre. Die umwälzenden Veränderungen, die mit der Erfindung der Schreibmaschine verbunden waren, kamen auf den hochgeknöpften Damenschuhen der Sekretärinnen daher, wie der Kulturhistoriker Bruce Bliven gesagt hat. Amazons digitales Lesegerät schleicht sich lautlos im Whispernet heran: Es ist das Buch, das aus dem Äther kam.

Stephen King horcht auf

Über die Internetverbindung Whispernet lässt sich innerhalb von sechzig Sekunden jedes im Kindle Store angebotene Buch herunterladen. Bislang soll sich überwiegend Unterhaltungsliteratur verkauft haben: Thriller und Titel der aktuellen Bestsellerlisten. Stephen King, mit einer Gesamtauflage von vierhundert Millionen Büchern einer der meistgelesenen Autoren der Welt, hat sich immer schon dafür interessiert, welche Möglichkeiten ihm neue Medien bieten. Vor acht Jahren hat er seine Kurzgeschichte „Riding the Bullett“ komplett zum Download ins Netz gestellt, bevor sie als Buch erschien.

Jetzt hat er für seine Fans, denen er gern als „Uncle Stevie“ gegenübertritt, Amazons Lesegerät einem Test unterzogen. Sein Fazit: Der Kindle leistet Lesern gute Dienste und wird sich deshalb durchsetzen. Aber wird er jemals das gedruckte Buch verdrängen können? Kings Antwort: „Nein. Die Unwandelbarkeit des gedruckten Buchs unterstreicht die Bedeutung der Ideen und Geschichten, die wir darin finden. Erst das Buch verleiht dem flüchtigen, fragilen Medium Dauer und Stabilität.“ Dennoch habe er sein Leben lang die Auffassung vertreten, dass die Geschichte, die erzählt wird, wichtiger sei als das System, das sie transportiert, den Autor eingeschlossen. Es ist interessant, dass King in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Vorzüge des Hörbuchs gegenüber dem gedruckten Buch hervorhebt, als wolle er darauf hinweisen, dass die anthropologische Konstante, die besagt, dass Menschen einander Geschichten erzählen, älter sei als die Schrift und diese durchaus überdauern könne.

Entscheidend für jeden Schriftsteller

Felicitas Hoppe hat soeben einer sehr alten Geschichte einen neuen Weg gebahnt. Ihr jüngstes Buch unternimmt das Wagnis, ein achthundert Jahre alte Versepos Hartmann von Aues für unsere Zeit neu zu erzählen. „Iwein Löwenritter“ ist als Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe des S. Fischer Verlags erschienen. Die Bücher sind leinengebunden, fadengeheftet und mit aufwendigen Illustrationen versehen. „Wir möchten bibliophile Bücher für bibliophile junge Leser machen“, heißt es beim Verlag.

Der kühne Sprung in eine bislang unbewohnte Nische des Jugendbuchmarkts soll das Gespür junger Leser für die ästhetische Schönheit des Buches wecken. Gleichwohl hätte Felicitas Hoppe nichts dagegen, wenn „Iwein Löwenritter“ als e-book erschiene - solange die gedruckte Ausgabe nicht dadurch verdrängt werde: „Ob ein Werk gedruckt wird oder nicht, ist entscheidend für jeden Schriftsteller. Denn es ist das Buch als Objekt, das in unseren Augen dem Text seinen Wert verleiht. Ich glaube nicht, dass sich daran jemals etwas ändern wird.“

Schon gibt es Einbruchsversuche im geschlossenen System

Aber spricht nicht doch manches dafür, dass das e-book dem unendlich differenzierten Buchmarkt ein neues Dreiklassenmodell überstülpen wird? Vielleicht wird es schon in wenigen Jahren Titel geben, die nur als e-book erscheinen, andere werden in digitaler und gedruckter Form angeboten werden, und die dritte Gruppe könnte aus besonders schön gestalteten Büchern bestehen, die den Reiz der Exklusivität nicht zuletzt daraus ableiten, dass sie eben nicht im Netz verfügbar sind. Dann würde das e-book das Buch entzaubern und gleichzeitig zu seiner Reauratisierung beitragen.

Noch vermag niemand zu sagen, wie und in welchem Maße das e-book unsere von Büchern geprägte Welt verändern wird, inwieweit es Lesegewohnheiten oder den Lesevorgang selbst zu beeinflussen vermag. Wie werden Kinder auf das neue Medium reagieren? Amazon hat diese Zielgruppe offenbar bereits fest ins Visier genommen: Die für das nächste Jahr angekündigte verbesserte Standardversion des Kindle soll über einen Farbbildschirm verfügen und so die Attraktivität des Produkts für junge Leser erhöhen. Und wie wird die Auseinandersetzung um das unverhohlene Monopolstreben des weltweit größten Internetbuchhändlers enden?

Während Sonys Portable Reader und der iLiad die gängigen e-book-Formate wie PDF wiedergeben, akzeptiert der Kindle nur Amazons eigenes Format und errichtet somit ein geschlossenes System, das andere Anbieter ausschließt und den Kunden gängelt. Dessen Weg zur scheinbar schrankenlosen neuen Bücherwelt soll ausschließlich durch das digitale Nadelöhr des Kindle Stores führen. Was dort nicht angeboten wird, ist für Kindle-Nutzer nicht erreichbar und führt kein digitales Leben. Anleitungen zum Knacken des Kindle-Codes werden auf einschlägigen Websites denn auch bereits diskutiert.

Die Flügel des Schmetterlings

Nicht nur der Ökonomie des Buchmarkts steht Veränderung bevor. Auf dem langen Weg der Profanisierung des geschriebenen Wortes droht eine unerhörte Zäsur. Das Evangeliar des Augustinus von Canterbury, eine oberitalienische Handschrift des sechsten Jahrhunderts, wurde über Jahrhunderte hinweg nicht in der Klosterbibliothek, sondern wie eine Reliquie auf dem Altar der Kirche selbst aufbewahrt. Das fünfzehnte Jahrhundert feierte den Buchdruck als Divina ars, als göttliche Kunst, den Menschen geschenkt, damit das Wort Gottes rascher Verbreitung finde. Doch schon um 1550 setzte die Klage ein, die Massenproduktion der Drucke beschädige das Arkanum, das die seltenen und kostbaren Handschriften des Mittelalters umgeben hatte.

Der Kindle hat nicht Trivialisierung zum Ziel, sondern das Verschwinden des Buches als sinnlicher Gegenstand, der riecht, altert und sich anfassen lässt. Die Verehrung des Buches hat ihre tiefsten und ältesten Wurzeln in der Religion, und die Prozesse der Aufklärung und Säkularisierung haben diese Verehrung nicht zerstört, sondern ihr weitere Wurzeln wachsen lassen. Wer heute Amazons Lesegerät zur Hand nimmt, ist in den ersten Stunden und Tagen dieser Erfahrung beeindruckt von den technischen Möglichkeiten dieses Geräts. Tritt er danach wieder an sein Bücherregal, wird ihm die Aura des Buches so zart und verletzlich erscheinen wie der Flügel eines Schmetterlings

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